Vereinsgeschichte

Im Frühjahr 1990 ging es los. Nachdem sich das jahrzehntelange, sogenannte „Wohnraumproblem“ auch in Greifswald von selbst zu lösen begann, gab es plötzlich „Wohnungsprobleme der anderen Art“; denn viele Fragen zu den noch unbekannten bundesdeutschenMietgesetzen und manche, durch die zahlreichen Übergangsvorschriften ermöglichte Mieterhöhung musste geprüft werden.

Und weil „Rechte“, „Recht haben“ und „Recht bekommen“ durchaus verschiedene Dinge sind, haben wir etwas dafür getan, dass Recht auch Recht bleibt. Am 10.06.1990 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister VR 37, der Mieterverein Greifswald e.V. war „rechtskräftig“. Mit Thomas Niehoff wurde ein Vorsitzender gewählt, der von Anfang an auch die Beratungsstellen in Demmin, Grimmen und Wolgast mit initiierte, was das Arbeitspensum schnell wachsen ließ.

Unter dem seit 1995 wirkenden Vorsitzenden Dr. Peter Wolff beschloss der Verein, einen Volljuristen einzustellen, um die Rechtsberatung noch qualifizierter gestalten zu können – ein damals auch finanziell durchaus gewagter Schritt, doch sollte der künftige Erfolg die Richtigkeit dieser Entscheidung bestätigen.

Seither ist mit dem zuvor als junger Anwalt tätig gewesenen Dirk Barfknecht, der 1997 auch als Geschäftsführer eingesetzt wurde, eine zukunftsweisende Professionalisierung der Beratungstätigkeit gelungen.

Mittlerweile spielte der Verein auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht in der Region eine nicht unbedeutende Rolle, die mit dem Vorsitz der seit mehreren Jahren leitend im Verein tätigen Frau Dr. Ursula Rehberg konsequent ausgebaut wurde.

Jurastudenten höherer Semester unterstützen seit dieser Zeit die Rechtsberatung und sorgen auch sonst dafür, dass ständig frischer Wind weht

Um den Mitgliedern im Landkreis Ostvorpommern und den alten Landkreisen Grimmen und Demmin gerecht werden zu können, beschloss die Mitgliederversammlung am 01.07.2002 die Umbenennung zum Mieterverein Vorpommern-Greifswald e.V..

Seit Mai 2008 ist Bernd Wartenberg (geb. Biedermann) Vorsitzender des Mietervereins. Unser Mieterverein ist ein lebendiges Beispiel, dass unterschiedlichste Erfahrungen, sei es der Generationen oder der Herkunft, hervorragend zusammenwirken können

Dr. Monique Wölk ist seit dem 29.09.2018 Vorsitzende des Mietervereins Vorpommern-Greifswald. Die 42jährige promovierte Soziologin und Arbeitswissenschaftlerin wurde in der Hauptversammlung einstimmig an die Spitze des rund 1 700 Mitglieder zählenden Vereins gewählt.

Die frischgebackene Vorsitzende nannte als eines ihrer Ziele, dem Verein wieder mehr politisches Gewicht zu verleihen. So habe sie als Vorsitzende des Bauausschusses der Hansestadt Greifswald die Belange der Mieterinnen und Mieter stets im Blick.

Monique Wölk engagiert sich dafür, dass im neuen Bebauungsgebiet am Ryck die Mehrzahl der neuen Wohnungen durch gemeinnützige und sozial orientierte Partner gebaut wird. „Ziel ist es, ein bunt gemischtes, neues Stadtquartier mit bezahlbaren, sozial verträglichen Mieten für Familien, Alleinstehende, ältere und jüngere Menschen gleichermaßen zu schaffen“, so Wölk. Die Kommunalpolitikerin (SPD) lenkte den Blick auf die Situation der Mieter in der gesamten Region: „In besonderem Maße müssen wir die Belange der Mieter im ländlichen Raum in das öffentliche Bewusstsein bringen. Auch die fehlende Zahl bezahlbaren Wohnraums in den Seebädern auf der Insel Usedom ist ein wichtiges Thema. So könne es nicht sein, dass Menschen mit einem Arbeitsplatz in Heringsdorf pendeln müssten, da sie sich dort keine Wohnung leisten könnten.“

Gewählt wurde an dem Abend der gesamte Vorstand: Daniel Staufenbiel, Dr. Heiko Tiegs, Heiko Burgas, Jana Marschall, Birger Martens und Brigitte Wagner. Der Geschäftsführer des Mietervereins Dirk Barfknecht verabschiedete Bernd Wartenberg: „Bernd Wartenberg hat in den zehn Jahren, die er unserem Verein vorstand, eine Ära geprägt. Im Namen unserer Mitglieder gebührt ihm unser besonderer Dank.“

Im letzten Jahr ist die Geschäftsstelle des Mietervereins in die Kuhstraße gezogen. Dirk Barfknecht lobte die neuen Räume: „Die Beratungssituation ist hier deutlich angenehmer. Die Räume werden von unseren Vereinsmitgliedern gut angenommen.“